Vor dem nächsten Nudel-Einkauf lesen: Diese eine Zutat in Supermarkt-Pasta sollten Sie unbedingt vermeiden

Pasta gehört zu den Grundnahrungsmitteln in deutschen Haushalten. Die meisten Verbraucher gehen davon aus, dass trockene Nudeln aus dem Supermarkt ein simples, unverfälschtes Produkt sind – schließlich bestehen traditionelle Teigwaren primär aus Hartweizengrieß und Wasser. Die Realität in den Supermarktregalen zeigt jedoch, dass es durchaus Unterschiede in der Produktqualität gibt. Wer bewusst einkaufen möchte, sollte genauer hinsehen, denn nicht jede Packung enthält nur das, was man erwartet.

Die Illusion vom reinen Naturprodukt

Viele Menschen nehmen an, dass trockene Pasta automatisch ein minimalistisches Lebensmittel ist. Diese Annahme wird durch die Präsentation der Produkte verstärkt: Bilder von Weizenfeldern, rustikale Verpackungen und Begriffe wie „traditionell“ oder „nach italienischer Art“ suggerieren Natürlichkeit. Grundsätzlich besteht Hartweizengrieß-Pasta aus Hartweizengrieß und Wasser, wobei das Gluten im Hartweizengrieß für den nötigen Zusammenhalt sorgt. Es gibt allerdings Variationen: Weichweizen-Nudeln werden beispielsweise aus gemahlenem Weichweizenmehl, Wasser und Ei hergestellt. Nach deutschen und europäischen Vorschriften müssen Hartweizennudeln hauptsächlich aus Hartweizengrieß bestehen, doch die Regelungen lassen gewissen Spielraum.

Zusatzstoffe in Pasta: Was möglich ist

Die Lebensmittelindustrie kann verschiedene Zusatzstoffe einsetzen, um Pasta bestimmte Eigenschaften zu verleihen. Nicht alle sind gesundheitsschädlich, doch ihre Verwendung wirft Fragen nach der Produktqualität auf. Emulgatoren wie Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren würden theoretisch die Struktur des Teigs verbessern und dafür sorgen, dass die Nudeln beim Kochen weniger zusammenkleben. Hochwertige Pasta mit gutem Ausgangsprodukt und korrekter Herstellung benötigt diese Hilfsmittel jedoch nicht und wird explizit als zusatzstoffrei vermarktet.

Farbstoffe für intensiveres Gelb

Die goldgelbe Farbe gilt als Qualitätsmerkmal bei Pasta. Verbraucher assoziieren sie mit Eiernudeln oder hochwertigem Hartweizen. Bei qualitativ hochwertigen Produkten entsteht die natürliche goldgelbe Farbe durch einen hohen Ei-Anteil – etwa 25 Prozent bei Premium-Eiernudeln – ganz ohne Farbstoffzusätze. Die intensive Färbung lässt sich also durch die Qualität der Rohstoffe erreichen, nicht durch künstliche Zusätze. Tatsächlich zeigen Marktanalysen, dass hochwertige Produkte komplett ohne Zusatzstoffe auskommen. Eine untersuchte Bio-Hartweizengrieß-Pasta enthielt ausschließlich Hartweizengrieß als Zutat, während Premium-Bandnudeln mit 25 Prozent Ei-Anteil ebenfalls ohne weitere Zusatzstoffe produziert werden.

Was die Zutatenliste verrät

Die größte Herausforderung für Verbraucher liegt in der Kennzeichnung. Die Deklarationspflicht erlaubt es Herstellern, Zusatzstoffe unter Sammelbegriffen oder E-Nummern aufzuführen. Wer nicht speziell danach sucht oder die Codes nicht kennt, übersieht sie leicht. Besonders tückisch sind sogenannte Carry-Over-Zusatzstoffe, die über vorverarbeitete Zutaten in das Produkt gelangen. Diese müssen unter Umständen nicht einzeln deklariert werden und bleiben für Konsumenten unsichtbar. Ein kritischer Blick auf die Rückseite der Verpackung lohnt sich also immer, auch wenn die Vorderseite mit natürlichen Motiven und traditionellen Versprechen lockt.

Der Unterschied zwischen Eiernudeln und einfacher Pasta

Viele Verbraucher wissen nicht genau, was Eiernudeln von normaler Pasta unterscheidet – abgesehen vom offensichtlichen Ei-Anteil. Echte Eiernudeln enthalten Vollei, wobei hochwertige Produkte am Markt deutlich über Mindestanforderungen hinausgehen. Premium-Hartweizengrieß-Nudeln weisen beispielsweise einen Ei-Anteil von 25 Prozent auf, was für intensive Farbe und besseren Geschmack sorgt. Produkte, die durch bestimmte Weizensorten natürlicherweise gelblich wirken, können den Eindruck von Eiernudeln erwecken, obwohl sie keine Eier enthalten. Hier hilft nur der gezielte Blick auf die Zutatenliste.

Vollkorn-Pasta: Gesund, aber Unterschiede beachten

Der Trend zu Vollkornprodukten hat auch den Pasta-Markt erfasst. Vollkornnudeln gelten als gesündere Alternative mit mehr Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Doch auch hier lohnt sich der kritische Blick. Manche Produkte bestehen nicht ausschließlich aus Vollkorn, sondern aus einer Mischung mit hellem Mehl. Die Bezeichnung „mit Vollkorn“ ist dabei weniger streng geregelt als „Vollkorn-Pasta“. Idealerweise sollte auf der Zutatenliste ausschließlich Hartweizenvollkorngrieß bei Vollkornprodukten stehen. Je kürzer die Zutatenliste, desto transparenter das Produkt.

Die Pestizid-Problematik: Was Tests zeigen

Ein wichtiger Aspekt, den Verbraucher oft übersehen, sind Pestizidrückstände in Pasta. Ein aktueller Spaghetti-Test von Dezember 2024 untersuchte 36 bis 37 Produkte in Speziallaboren auf Pestizide, Mineralölbestandteile und Schimmelpilzgifte. Das Ergebnis: Acht Produkte enthielten Spuren von Pestiziden, darunter Glyphosat in drei Fällen. Die gute Nachricht: Keines der getesteten Produkte überschritt den geltenden Richtwert von sechs Milligramm pro Kilogramm. Dennoch zeigt das Ergebnis, dass selbst Grundnahrungsmittel nicht automatisch frei von Rückständen sind.

Überraschend war, dass auch Bio-Produkte betroffen sein können. Die K-Bio Spaghetti von Kaufland enthielten Glyphosat, wobei der Gehalt deutlich über dem Orientierungswert des Bundesverbands Naturkost und Naturwaren lag. Dies deutet auf eine nicht zulässige Pestizidanwendung oder Vermischung mit konventioneller Ware hin. Bio-Pasta unterliegt zwar strengeren Richtlinien, doch garantiert das Bio-Siegel offenbar nicht automatisch vollständige Rückstandsfreiheit.

Worauf Verbraucher beim Kauf achten sollten

Der Schutz vor unerwünschten Inhaltsstoffen beginnt mit informiertem Einkaufen. Die Zutatenliste sollte so kurz wie möglich sein – idealerweise steht dort nur „Hartweizengrieß“ oder „Hartweizenvollkorngrieß“ bei Vollkornprodukten. Bei Eiernudeln kommen Eier hinzu. E-Nummern sind nicht grundsätzlich problematisch, aber ihre Anwesenheit signalisiert zusätzliche Verarbeitung. Produkte mit geschützter geografischer Angabe oder traditioneller Herstellung enthalten seltener unnötige Zusätze.

Extrem günstige Pasta kompensiert niedrige Rohstoffkosten oft durch Zusätze und minderwertige Zutaten. Qualitativ hochwertige Pasta ohne Zusätze bleibt bissfest, klebt weniger und trübt das Kochwasser nur moderat ein. Unabhängige Testinstitutionen prüfen regelmäßig Pasta-Produkte auf Inhaltsstoffe, Pestizide und Qualität – diese Ergebnisse geben wertvolle Orientierung beim Einkauf.

Die rechtliche Situation und Verbraucherschutz

Die aktuellen Kennzeichnungsvorschriften erfüllen zwar formale Anforderungen, schützen Verbraucher jedoch nur bedingt vor Irreführung. Viele Menschen verstehen die Fachbegriffe nicht oder haben im Supermarkt nicht die Zeit, jede Zutatenliste zu analysieren. Verbraucherschutzorganisationen fordern seit Jahren klarere, verständlichere Kennzeichnungen – etwa durch Ampelsysteme oder deutlichere Hinweise. Bis sich hier etwas ändert, liegt die Verantwortung beim einzelnen Konsumenten. Das bedeutet nicht, dass jeder zum Lebensmittelchemiker werden muss. Doch ein Grundverständnis dafür, was in Basisprodukten wie Pasta gehört und was nicht, schützt vor unbewussten Fehlkäufen.

Alternativen für bewusste Käufer

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, findet in Bioläden, Reformhäusern oder spezialisierten Feinkostgeschäften oft transparentere Produkte. Allerdings zeigen aktuelle Tests, dass auch das Bio-Siegel keine absolute Garantie für Rückstandsfreiheit bietet. Auch regionale Nudelmanufakturen produzieren häufig nach traditionellen Methoden ohne unnötige Hilfsstoffe. Online-Recherche hilft ebenfalls: Unabhängige Testinstitutionen prüfen regelmäßig Pasta-Produkte auf Inhaltsstoffe, Qualität und Geschmack. Diese Ergebnisse geben Orientierung beim Einkauf und offenbaren, welche Produkte halten, was ihre Verpackung verspricht.

Die Entscheidung für saubere, möglichst zusatzstofffreie Pasta ist mehr als eine Geschmacksfrage. Sie betrifft die eigene Gesundheit, die Unterstützung ehrlicher Produktionsmethoden und letztlich die Marktmacht der Verbraucher. Jeder bewusste Einkauf sendet ein Signal an die Industrie: Transparenz und Qualität zählen. Pasta kann das sein, was sie ursprünglich war – ein einfaches, ehrliches Grundnahrungsmittel. Die Herausforderung liegt darin, diese Produkte im Supermarktregal zu identifizieren und bewusste Kaufentscheidungen zu treffen.

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