Tablets mit Android sind praktische Begleiter für den Alltag, doch viele Nutzer verschenken wertvolles Potenzial, wenn sie ein paar wichtige Einstellungen vernachlässigen. Wer sein Gerät optimal nutzen möchte, sollte insbesondere die Update-Verwaltung und den Umgang mit vorinstallierten Apps im Blick haben. Diese beiden Stellschrauben können den Unterschied zwischen einem trägen, datenhungrigen Tablet und einem flotten, effizienten Arbeitsgerät ausmachen.
Warum automatische App-Updates über WLAN die bessere Wahl sind
Standardmäßig laden viele Android-Tablets Updates auch über mobile Daten herunter – ein Detail, das schnell teuer werden kann. Besonders bei größeren Anwendungen wie Spielen oder Produktivitäts-Apps summieren sich die Megabytes rasant. Wer nicht gerade einen unbegrenzten Datentarif besitzt, sollte hier dringend gegensteuern.
Die Lösung ist denkbar einfach: Öffne den Google Play Store und tippe auf dein Profilbild oben rechts. Navigiere zu „Einstellungen“ und anschließend zu „Netzwerkeinstellungen“ oder „App-Download-Präferenz“. Hier kannst du festlegen, dass Apps ausschließlich über WLAN aktualisiert werden. Diese kleine Anpassung schont nicht nur dein Datenvolumen, sondern verhindert auch unangenehme Überraschungen auf der nächsten Mobilfunkrechnung.
Die Nutzung von WLAN für Updates bringt einen weiteren Vorteil mit sich: Updates werden zuverlässiger heruntergeladen, und du vermeidest abgebrochene Downloads, die später erneut gestartet werden müssen und dabei zusätzlich Ressourcen verbrauchen. Gerade bei größeren Anwendungen lohnt sich die WLAN-Verbindung, um Speicherplatz und Datenvolumen optimal zu nutzen.
System-Updates nicht verschleppen – so bleibst du auf dem neuesten Stand
Während App-Updates primär neue Funktionen bringen, sind System-Updates die wahren Helden der Tablet-Wartung. System-Updates schließen Sicherheitslücken, optimieren die Performance und sorgen dafür, dass dein Gerät mit aktuellen Apps kompatibel bleibt. Trotzdem schieben viele Nutzer diese wichtigen Aktualisierungen monatelang vor sich her.
Um zu prüfen, ob Updates verfügbar sind, navigiere zu den Einstellungen deines Tablets. Der Menüpunkt heißt je nach Hersteller unterschiedlich – suche nach „System“, „Software-Update“ oder „Über das Tablet“. Dort findest du die Option „System-Updates“ oder „Nach Updates suchen“. Aktiviere idealerweise die automatische Download-Funktion für Sicherheitsupdates, sodass kritische Patches ohne dein Zutun installiert werden können.
Ein Tipp für Fortgeschrittene: Lege einen festen Rhythmus fest, etwa einmal monatlich, um manuell nach Updates zu suchen. Android-Geräte verschiedener Hersteller erhalten Updates zu unterschiedlichen Zeitpunkten, und nicht immer wirst du automatisch benachrichtigt. Wer proaktiv bleibt, profitiert früher von Verbesserungen und wichtigen Sicherheitsfeatures.
Bloatware entfernen – so gewinnst du Speicherplatz und Performance zurück
Fast jedes Android-Tablet kommt mit vorinstallierten Apps daher, die du wahrscheinlich nie nutzen wirst. Diese sogenannte Bloatware belegt Speicherplatz und läuft oft im Hintergrund, während sie Systemressourcen verbraucht. Nicht genutzte Apps beanspruchen Rechenleistung und Arbeitsspeicher, während sie gleichzeitig die Akkulaufzeit verkürzen. Das Resultat: Dein Tablet arbeitet langsamer, der Akku hält kürzer, und der verfügbare Speicher schrumpft unnötig.
Die gute Nachricht: Viele dieser Apps lassen sich deinstallieren oder zumindest deaktivieren. Gehe dazu in die Einstellungen und wähle „Apps“ oder „Anwendungen“. Hier siehst du eine Liste aller installierten Programme. Tippe auf eine App, die du nicht benötigst. Wenn die Option „Deinstallieren“ verfügbar ist, nutze sie ohne zu zögern. Bei System-Apps, die sich nicht vollständig entfernen lassen, erscheint stattdessen „Deaktivieren“ – auch diese Option ist einen Klick wert.

Deaktivierte Apps werden nicht mehr aktualisiert, laufen nicht mehr im Hintergrund und verschwinden aus dem App-Drawer. Sie belasten damit weder RAM noch Akku. Der belegte Speicherplatz wird zwar nicht komplett freigegeben, aber der Performance-Gewinn ist spürbar. Besonders bei Tablets mit begrenztem RAM macht sich dieser Schritt positiv bemerkbar.
Welche Apps kannst du bedenkenlos deaktivieren?
Hier ist Vorsicht geboten: Nicht jede vorinstallierte App sollte entfernt werden. System-Dienste wie „Android System WebView“, „Google Play Services“ oder der „Download Manager“ sind essentiell für die Funktionsfähigkeit deines Tablets. Folgende Kandidaten sind dagegen oft entbehrlich:
- Hersteller-eigene Browser, wenn du Chrome oder Firefox bevorzugst
- Vorinstallierte Office-Apps, sofern du bereits Alternativen nutzt
- Gaming-Plattformen und Demo-Spiele
- Spezielle Kamera-Apps des Herstellers, wenn die Standard-App ausreicht
- Fitness- und Gesundheits-Apps, die du nicht verwendest
- Musik- oder Video-Streaming-Dienste, für die du kein Abo hast
Im Zweifelsfall gilt: Recherchiere kurz, wofür eine App zuständig ist, bevor du sie deaktivierst. Eine einfache Suche mit dem App-Namen bringt meist Klarheit.
Die versteckten Vorteile eines aufgeräumten Systems
Wer regelmäßig Updates installiert und unnötige Apps entfernt, profitiert von mehr als nur freiem Speicherplatz. Die gesamte Nutzererfahrung verbessert sich merklich: Apps starten schneller, das System reagiert flüssiger auf Eingaben, und die Akkulaufzeit verlängert sich oft spürbar. Wenn du deinen Arbeitsspeicher im Auge behältst und gezielt Anwendungen entfernst, kannst du die Geschwindigkeit deutlich verbessern. Gerade bei älteren Tablets kann dieser Wartungsansatz signifikante Performance-Gewinne bringen.
Hinzu kommt der Sicherheitsaspekt: Jede nicht aktualisierte App ist ein potentielles Einfallstor für Schadsoftware. Deaktivierte oder deinstallierte Apps können logischerweise keine Sicherheitslücken mehr aufweisen. Und wer System-Updates zeitnah installiert, schließt bekannt gewordene Schwachstellen, bevor sie ausgenutzt werden können.
Automatisierung ist dein Freund
Die beste Wartungsstrategie nützt nichts, wenn sie zu aufwendig ist und deshalb vernachlässigt wird. Deshalb lohnt es sich, möglichst viele Prozesse zu automatisieren. Aktiviere automatische App-Updates über WLAN, stelle sicher, dass System-Updates automatisch heruntergeladen werden, und richte Erinnerungen ein, um regelmäßig die Liste installierter Apps zu überprüfen.
Ein monatlicher Check von etwa zehn Minuten reicht vollkommen aus, um dein Tablet in Top-Form zu halten. Nutze diese Zeit, um nach neuen System-Updates zu suchen, die App-Liste zu durchforsten und gegebenenfalls weitere unnötige Programme zu entfernen. Diese kleine Investition zahlt sich durch ein schnelleres, sichereres und effizienteres Gerät aus.
Moderne Android-Tablets bieten beeindruckende Leistung und Funktionalität – vorausgesetzt, man gibt ihnen die richtige Pflege. Mit den richtigen Einstellungen für Updates und einem kritischen Blick auf vorinstallierte Apps holst du das Maximum aus deinem Gerät heraus. Dein Tablet wird es dir mit besserer Performance, längerer Akkulaufzeit und einer insgesamt angenehmeren Nutzererfahrung danken. Ganz nebenbei sparst du Geld bei den mobilen Daten und musst nicht so schnell über eine neue Hardware nachdenken.
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