Diese Xbox-Funktion kennen die wenigsten: Warum ihr für neue Spiele nie wieder Vollpreis zahlen müsst

Die Xbox Series X/S bietet eine brillante Funktion, die viele Gamer noch immer nicht kennen oder deren volles Potenzial unterschätzen: die Familien-Gruppenfunktion. Während Sony mit seiner PlayStation auf restriktivere Sharing-Modelle setzt, hat Microsoft hier einen echten Trumpf im Ärmel. Ihr kauft ein Spiel einmalig und teilt es mit bis zu vier weiteren Personen – jeder mit eigenem Spielstand, individuellen Erfolgen und separatem Fortschritt. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Ist es aber nicht.

Was genau ist die Xbox-Familien-Gruppe?

Die Familien-Gruppenfunktion ist Microsofts Antwort auf die Frage, wie modernes Gaming in Haushalten mit mehreren Spielern funktionieren sollte. Im Gegensatz zum klassischen Gamesharing, das technisch gesehen nur zwischen zwei Konsolen funktioniert, erlaubt die Familiengruppe eine deutlich elegantere Lösung. Bis zu fünf Personen können einer Gruppe beitreten, und alle Mitglieder profitieren von den digitalen Käufen eines einzelnen Mitglieds.

Der Clou: Jeder behält seine eigene Identität. Eure Freunde sehen weiterhin euren Gamertag, eure Erfolge bleiben euch zugeordnet, und niemand kann versehentlich euren Spielstand überschreiben. Das System ist so durchdacht implementiert, dass es sich anfühlt, als hätte jeder das Spiel selbst gekauft – nur dass das Bankkonto deutlich entspannter bleibt.

So richtet ihr die Familien-Gruppe ein

Die Einrichtung ist überraschend unkompliziert, auch wenn Microsoft die Funktion nicht gerade prominent bewirbt. Die Einrichtung kann direkt an der Xbox oder über die App vorgenommen werden. Alternativ funktioniert die Verwaltung auch bequem über die Microsoft-Webseite. Hier der grundlegende Ablauf:

  • Öffnet die Einstellungen auf eurer Xbox Series X/S und navigiert zu „Allgemein“ und dann zu „Online-Sicherheit & Familie“
  • Wählt die Option zur Familienverwaltung aus – ihr könnt auch direkt die Microsoft-Webseite oder die Xbox Family Settings-App nutzen
  • Fügt Familienmitglieder über deren Microsoft-Konto-E-Mail-Adresse hinzu
  • Die eingeladenen Personen erhalten eine E-Mail und müssen die Einladung bestätigen

Ein wichtiger Hinweis: Organisator der Gruppe muss ein erwachsenes Konto sein. Kinder-Accounts können Mitglied werden, aber nicht selbst eine Gruppe gründen. Nur Elternteile mit entsprechenden Rechten können die Xbox-Datenschutz- und Online-Einstellungen für Kinderkonten ändern und die Familiengruppe verwalten.

Die versteckten Vorteile, die kaum jemand kennt

Während die Spieleteilung der offensichtlichste Vorteil ist, verstecken sich in dieser Funktion noch weitere Perlen. Ein Xbox Live Abo – sei es Xbox Game Pass Core oder Xbox Game Pass Ultimate – kann mit anderen Mitgliedern der Familiengruppe geteilt werden, was die Funktionalität noch attraktiver macht.

Was bereits jetzt gut funktioniert: Add-Ons und DLCs werden automatisch mitgeteilt, sofern das Hauptspiel in der Gruppe verfügbar ist. Kauft der Organisator beispielsweise den Season Pass für ein Rennspiel, können alle Gruppenmitglieder die zusätzlichen Strecken und Fahrzeuge nutzen. Das gilt auch für In-Game-Währungen – wobei hier Vorsicht geboten ist, denn nicht jeder Entwickler unterstützt diese Funktion vollständig.

Technische Feinheiten und Fallstricke

Nicht jedes Spiel spielt nach den gleichen Regeln. Manche Titel, besonders Free-to-Play-Games mit komplexen Monetarisierungsmodellen, schränken das Teilen ein. Fortnite oder Apex Legends sind ohnehin kostenlos, aber deren Battle Passes und Premium-Währungen bleiben accountgebunden – logisch, denn hier verdienen die Studios ihr Geld.

Ein weiterer Punkt, der oft übersehen wird: Die Internetverbindung spielt eine größere Rolle als beim Solo-Gaming. Da das System regelmäßig überprüft, welche Lizenzen verfügbar sind, benötigt jede Konsole eine stabile Online-Verbindung. Offline-Gaming ist zwar möglich, aber nur auf der Home-Xbox des Käufers ohne Einschränkungen verfügbar.

Apropos Home-Xbox: Diese Einstellung ist der Schlüssel zum Ganzen. Jedes Microsoft-Konto kann eine Konsole als Home-Xbox festlegen. Auf dieser Konsole können alle lokalen Profile die digitalen Inhalte des Kontos nutzen, selbst wenn das ursprüngliche Konto nicht angemeldet ist. Die Familien-Gruppenfunktion erweitert dieses Konzept elegant auf mehrere Konsolen.

Praktische Szenarien aus dem Alltag

Die Theorie ist schön und gut, aber wie sieht die Praxis aus? Nehmen wir eine typische WG mit drei Gaming-begeisterten Bewohnern. Früher musste entweder jeder das gleiche Spiel kaufen, oder man jonglierte mit verschiedenen Accounts auf einer geteilten Konsole – ein Albtraum für Achievements und Online-Rankings.

Mit der Familien-Gruppe kauft Person A das neue Starfield, Person B holt sich den neuesten Forza Motorsport-Titel, und Person C investiert in das kommende Fable. Alle drei haben Zugriff auf alle drei Spiele, jeder mit eigenem Speicherstand. Die Ersparnis? Enorm. Statt 210 Euro zahlt die Gruppe nur 70 Euro – und das bei AAA-Titeln zum Vollpreis.

Ein anderes Szenario: Eltern mit zwei Kindern, die jeweils eine eigene Konsole im Zimmer haben. Papa kauft das Familienspiel für den gemeinsamen Abend, und beide Kinder können es auch alleine in ihren Zimmern spielen. Keine Diskussionen mehr, wer gerade spielen darf, keine doppelten Käufe nötig.

Datenschutz und Sicherheit im Blick behalten

Bevor ihr eure Gruppe zusammenstellt, solltet ihr euch über die Implikationen im Klaren sein. Der Organisator hat erweiterte Rechte und kann theoretisch Einstellungen für die gesamte Gruppe verwalten. Vertraut also nur Personen, die ihr wirklich kennt.

Zahlungsmethoden werden nicht automatisch geteilt – eine wichtige Sicherheitsfunktion. Nur weil jemand in eurer Familiengruppe ist, kann er nicht mit eurer Kreditkarte einkaufen gehen. Jeder Account behält seine eigenen Zahlungsinformationen. Kinder-Accounts können bei entsprechender Einstellung Kaufanfragen an Eltern senden, die dann benachrichtigt werden und jeden Kauf einzeln freigeben können.

Die Aktivitätsprotokolle sind ein zweischneidiges Schwert. Einerseits praktisch für Eltern, die sehen wollen, wie lange der Nachwuchs gezockt hat und welche Spiele gespielt werden. Tägliche und wöchentliche Aktivitätsberichte geben Einblick in die Spielaktivitäten. Andererseits bedeutet es, dass der Organisator Einblick in die Spielgewohnheiten aller Mitglieder haben kann. Transparenz ist hier das A und O – sprecht in der Gruppe offen darüber, wer welche Rechte haben soll.

Für preisbewusste Gamer, WGs oder Familien mit mehreren Konsolen ist diese Funktion ein absoluter Gamechanger. Die Einrichtung dauert keine zehn Minuten, und die langfristigen Ersparnisse können sich auf mehrere hundert Euro pro Jahr summieren. Wer seine Xbox Series X/S ohne Familien-Gruppe betreibt, verschenkt buchstäblich Geld – oder zumindest die Möglichkeit, deutlich mehr Spiele auszuprobieren, ohne das Budget zu sprengen.

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